Leserstimmen

Name: Ina Brocksieper

Datum: 04. März 2015

 

Unglaublich spannendes Buch!

Hallo, ich habe das Buch gerade ausgelesen. Ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Unglaublich spannend! Da wird einem wirklich unheimlich. Wie geht die Zukunft weiter? Jetzt möchte ich dieses tolle Buch gerne meinem spanischen Ehemann schenken. Ist es schon ins Spanische übersetzt? Danke für Rückmeldung. VLG aus Barcelona!

Anm. d. Red: Das Buch ist noch nicht ins Spanische übersetzt worden und im Moment gibt es noch keine Pläne hierzu.

Name: Girdin

Datum: 02. März 2015

 

Ist Datenkenntnis Macht?

„Zero – Sie wissen was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Thriller, der auf dem Hintergrund des aktuellen Stands des Sammeln und Verwertens von Personendaten spielt. Passend hierzu vermittelt das Cover den Eindruck von etwas das im Dunkeln liegt, das verdeckt wird und nur darauf wartet aufgedeckt zu werden. Neben den Buchstaben in weiß. die sich von dem schwarzen Untergrund deutlich abheben, für Autor, Untertitel, Roman und Verlag leuchtet der Titel in wasserblauen Buchstaben vom Buchumschlag. Wasser in Form von Wasserfällen spielt im Buch eine wichtige Rolle. Und wer genauer hinschaut, sozusagen versucht das Vordergründige zu überwinden, der nimmt auch den Binärcode wahr, der den Umschlag vollständig mit seinen Einsen und Nullen überzieht und ein weiterer Hinweis auf den Inhalt der Story ist. Der Binärcode ist die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Auf dem Ergebnis dieser Verarbeitung und der Analyse der vorliegenden Daten preist im Roman das fiktive Unternehmen Freemee seinen Nutzern die Möglichkeit an mehr Erfolg im Leben zu erreichen.

Während Cynthia Bonsant, Journalisten bei der Londoner Zeitung Daily, ihren neuen Arbeitsplatz im Großraumbüro einnimmt, sieht sie plötzlich unglaubliche Livebildern auf dem großen Monitor, der an der Wand des Büros befestigt ist. Die Familie des amerikanischen Präsidenten wird bei einem privaten Golfspiel von Drohnen angegriffen. Für diese Aktion bekennt sich ZERO verantwortlich, wobei nicht bekannt ist, ob es sich dabei um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt. Unter anderem wird Cynthia beim Daily damit beauftragt, zu dem Gesehenen zu recherchieren. Zur Unterstützung erhält sie eine Datenbrille, die Daten direkt vor Augen anzeigt und die auf geflüsterte Anfragen reagiert. Die Brille leiht sie ihrer Tochter und deren Freunden. Adam, einer der Freunde, erhält über die Brille die Nachricht, dass ein Mensch in seiner Umgebung eine gesuchte Person ist. Er verfolgt den Mann bis dieser plötzlich eine Pistole zieht und ihn erschießt. Fassungslos schauen die Freunde zu und auch Cynthia ist geschockt. Dieses Erlebnis bringt sie zum Nachdenken. Warum hat Adam trotz der Warnung den Kriminellen weiter verfolgt? Ihre Recherchen fordern nicht nur Unglaubliches zu Tage, sondern rücken sie auch bald selbst ins das Zentrum der Aufmerksamkeit von Geheimdiensten, den Freemeebetreibern und Zero. Gelingt ihr die Flucht vor der allgegenwärtig erscheinenden Kontrolle?

Das Buch ist in dem in der Belletristik eher seltener angewendeten Präsens geschrieben. Das verdeutlicht dem Leser , dass das was er gerade liest dem aktuellen Stand der Technik entspricht und Realität werden könnte. Indem der im Umgang mit technischen Geräten eher unerfahrenen Cynthia die neuesten Kommunikationsmittel erklärt wird , vermittelt Marc Elsberg dem Leser das nötige Know-How mit leicht verständlichen Erklärungen, so dass man der Geschichte mühelos folgen kann. Ein Glossar im Anhang ergänzt die Ausführungen. Neben der Erzählung findet der Leser aber auch eine kritische Auseinandersetzung zu den Themen des Datensammeln und –verwertens aus den verschiedenen Perspektiven der Anbieter sowie der Nutzer. Und vor allem widmet er sich den möglichen, erschreckenden Folgen der Datenauswertungen. Die dargestellten Charaktere sind teilweise klischeehaft überzeichnet, die Jugendlichen reagieren für ihr Alter sehr naiv, was mir nicht so gut gefallen hat.

Zero ist zweifellos ein unterhaltsames Buch, das beim Leser nachhallt und ihn zum Nachdenken über unsere digitalisierte Welt bringt. Dafür gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Name: Christian

Datum: 02. März 2015

 

Spannende Idee, zähe Umsetzung

ZERO wurde erst kürzlich zum spannendsten Wissensbuch des Jahres 2014 gewählt. Die Grundidee finde ich auch äußerst spannend, aber leider konnte das Buch mich nicht so ganz überzeugen.

Die Story:
Das Buch fängt sehr spannend an: Eine Gruppe von Hackern (genannt: ZERO), hetzt eine Reihe von Drohnen auf den US-Präsidenten. Die Drohnen greifen zwar nicht an, übertragen aber Videos ins Netz und beweisen, wie leicht man mit heutiger Technologie an den mächtigsten Mann der Welt kommen kann. Es beginnt ein Wettlauf: Wer sind die Aktivisten, die hinter ZERO stecken und wer kann sie als erstes enttarnen? Neben der Polizei und dem FBI, beteiligt sich auch die Redaktion des "Daily" an der Suche. Cynthia Bonsant und ihre Kollegen werden mit Smart-Glasses ausgestattet und gehen auf Recherche nach den Aktivisten. Die Jagd wird unterstützt vom Portal "Freemee", welches dem Nutzer durch konkrete Handlungsempfehlungen das Leben erleichtern soll. Der Nutzer gibt selbst seine Daten ein und wertet diese aus. Dafür erhält er Punkte, sodass die Nutzer immer mehr Daten freigibt, um weitere Punkte zu sammeln und auszuwerten.
Schnell wird deutlich, dass Freemee nicht nur gute Absichten verfolgt. Ein Katz- und Mausspiel...

Meine Meinung:
ZERO spielt mit den Ängsten der heutigen Bevölkerung: In Zeiten von NSA-Bespitzelung, Datenskandalen und Unternehmen wie facebook und Google kommt man sich als gläserner Bürger vor, der immer beobachtet wird. Gleichzeitig verlässt man sich immer mehr auf Technik - man wertet seine Schlafzeiten, Schritte, Ernährung, Sporteinheiten aus und versorgt Unternehmen bereitwillig mit seinen Daten (nachzulesen auch in meiner Rezension zu Lifelogging). Das Thema ist deshalb brandaktuell und brisant, aber leider schafft es Marc Elsberg nicht, mich mit seiner Geschichte zu fesseln.

Das Buch plätscherte nach dem spannenden Einstieg vor sich hin. Es fehlte leider an Tiefgang und Pepp. Stellenweise musste ich mich durch das Buch quälen, weil sich die Geschichte nur zäh entwickelte: Marc Elsberg musste in seinem Buch ja immer wieder die verschiedenen Technologien erklären. Daraus entstanden einfach zu viele (erklärende) Dialoge, gefolgt von Verfolgungsjagden und der Frage: Wer verfolgt hier gerade wen und weshalb?

Das Thema Manipulation der Bevölkerung ist omnipräsent. Und trotzdem dachte ich ab und zu: Eine App wie "Freemee" ist bestimmt nützlich. Das hat mich sehr zum Nachdenken angeregt: Weshalb empfinde ich die manipulative Datenkrake als attraktiv?

Letztendlich hatte ich oft das Gefühl, dass ich hier einen modernen Actionfilm lese...hat Herr Elsberg vielleicht beim Schreiben schon an eine mögliche Verfilmung gedacht?

Fazit:
Spannende Grundidee mit zäher Umsetzung. Teilweise waren die Ideen des Autors etwas zu unglaubwürdig (ein Tipp von Freemee auf Seite 50: Umarmt euch herzlich zur Verabschiedung...das tut euch allen gut. Edward braucht es besonders"). Es fehlt an Spannung und interessanten Charakteren. Ich gebe dem Buch dennoch 3 Sterne, weil es aufgrund des Themas nachdenklich stimmt.

Name: Aleshanee

Datum: 28. Februar 2015

 

Manipulation im Internetzeitalter - wie weit werden wir gehen?

Das Thema "Überwachungsstaat" ist ja nichts neues, aber Marc Elsberg hat es in ein hochbrisantes, aktuelles Forum gepackt. Den Schreibstil empfand ich sehr nüchtern, wodurch auch sehr wenig von den Gefühlen der Protagonisten rübergekommen ist, allerdings hat das sehr gut in diese rationalisierte, von Technik bestimmte Vision gepasst, die unserer Welt gar nicht so unähnlich scheint.

Der Autor erwähnt am Anfang des Buches, das alle hier beschriebenen Technologien bereits eingesetzt werden, was mich dann doch etwas befremdet hat und ich mich dadurch aber auch sehr gut mit der Protagonistin Cyn (Cynthia) identifizieren konnte, denn sie ist mit den vielen Neuerungen auch nicht up to date.

Cyn, die Journalistin, geht nur ungern mit dem Fortschritt
ZERO, die Aktivisten, boykottieren den Datenhandel
Freemee, Internetplattform, gehen über moralische Grenzen
FBI, die Überwachung schlechthin, sind nicht mehr Herr der Lage

Cynthia arbeitet bei einer online Redation als Journalistin und hält sich und ihre 18jährige Tochter Vi mit dem Geld gerade so über Wasser. Als sie wegen der Aktivistengruppe ZERO Nachforschungen anstellt, verstrickt sie sich immer mehr in das Netz im "Netz" und auch ich war erstaunt, welche Möglichkeiten und Ziele mit den gesammelten Daten der vielen Menschen einhergehen, die wir ja alle recht offen ins Internet stellen.
Neben Cyn gibt es auch noch die Perspektive der Freemee Mitarbeiter, der Internetplattform, die sich ihre Kundschaft durch ein Versprechen auf eine bessere Lebensqualität heranholen - im Austausch mit möglichst vielen Informationen über die Nutzer. Bei ihnen geht es um den Wert von Daten, daraus resultierende Ranglisten und Abhängigkeit der Menschen, sich auf das System zu verlassen und dadurch ihre Lebensqualität und ihren "Qualität" zu verbessern. Inwieweit das realistisch ist - ich kann es für mich persönlich kaum nachvollziehen, dass man sich so von einem System beeinflussen lassen kann - aber die Geschichte hat ja dafür genügend Beispiele ...

Auch das FBI, der NSA und andere Überwachungsteams sind auf ZERO angesetzt, denn die Aktivisten schaffen es seit Jahren, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen im world wide web zu umgehen.

Die relativ langen Kapitel sind in die Tage unterteilt, die die Geschehnisse wiederspiegeln. Am Anfang stehen immer kurze email-Nachrichten, die sich die ZERO Aktivisten schreiben. ZERO prangert vor allem die Überwachung an durch den Datenklau und die Sinnlosigkeit der Informationsüberflutung im Internet. Der Autor hat hier viele technische Details gut erklärt, allerdings war ich manchmal durch die zahlreichen, mir unbekannten Schlagwörter überfordert. Trotz der vielen Fachbegriffe war die Handlung flüssig zu lesen und durch die oft kurzen Sätze kamen ein hohes Tempo und Spannung auf.

Wohin das ganze wirklich führen wird und wie sich das Ende entwickelt hat mich bis zum Schluss überraschen können.
Das Internet und die Möglichkeiten der Technik - wie weit werden wir gehen? Viele beschäftigt diese Frage, ich persönlich mache mir da (viel zu) wenig Gedanken darüber - einfach weil ich MEINE DATEN als zu unwichtig einstufe, als dass sie für irgendjemanden relevant sein könnten ;)
Aber egal, um was es geht, es wird immer zwei Seiten einer Medaille geben und ich bin gespannt, wie sich unsere Zukunft entwickeln wird und wie nah Marc Elsberg hier an die Realität heran gekommen ist.

"Und im Übrigen sind die Nutzer selbst schuld. Weil sie alles umsonst wollen. Entwicklung kostet Geld. Oder eben die moderne Währung: Daten." S. 358

Fazit

Eine spannende Vision einer (vielleicht) nicht so fernen Zukunft, wie wir sie mit unserer technischen Entwicklung erwarten dürfen. Etwas mehr Gefühl hätte meiner Meinung nach nicht geschadet, zeigt aber genau die Reduktion der Menschen auf ihre materiellen Werte. Nichts ist von Grund auf schlecht - es kommt darauf an, wie man damit umgeht.

Name: Daniela

Datum: 04. Februar 2015

 

Nach Blackout leider eine Enttäuschung

Viola leiht sich von ihrer Mutter Cynthia eine Datenbrille aus, über die Cynthia als Journalistin einen Bericht schreiben sollte. Viola und ihre Clique finden das Gerät spannend, doch unverhofft geraten sie in eine gefährliche Situation, als sie mithilfe der Brille einen gesuchten Verbrecher identifizieren und dieser wild um sich schießt. Ein Freund von Viola kommt dabei ums Leben.
Nun beschäftigt sich Cynthia doch intensiver mit den neuen technischen Möglichkeiten und macht dabei erschreckende Entdeckungen. Freemee ist eine bekannte Internet-Plattform mit Millionen Nutzern, die mehr und mehr nach den individuellen Vorschlägen leben und handeln, die ihnen das Programm macht. Dass dies nur möglich ist, indem sich die Nutzer vor dem Programm völlig entblößen, scheint für viele kein Hinderungsgrund zu sein. Einzig der Hacker Zero warnt energisch vor Freemee und den Folgen. Cynthia gerät durch ihre Nachforschungen immer tiefer in einen Kampf um Daten und vor allem um Macht!

"Blackout" von Marc Elsberg hatte mich total begeistert und fasziniert. Dementsprechend gespannt war ich auf sein neues Buch, in dem er sich wieder einem aktuellen und uns alle betreffenden Thema widmet. Dass wir inzwischen oft mehr oder weniger "gläsern" unterwegs sind, ist nichts neues. Der Autor zeichnet hier auf spannende Weise mögliche und erschreckende Folgen auf. Erschreckend vor allem deswegen, weil das gar nicht so weit von der Realität entfernt ist.

Leider haben mich hier aber die Charaktere weniger überzeugt. Cynthia will erst gar nichts mit neuen Technologien zu tun haben, wird dann in die Sache hineingezogen, agiert aber die meiste Zeit völlig planlos und unüberlegt.

Die anderen Handlungsstränge fand ich lange Zeit total verwirrend und im Gegensatz zu "Blackout" griff das für mich auch am Ende nicht sinnvoll ineinander, sondern wirkte irgendwie zusammengestrickt, damit halt ein halbwegs logisches Ende rauskommt.
Ich habe das Buch beendet, aber wirklich fesseln konnte es mich trotz des spannenden Grundthemas leider über weite Strecken überhaupt nicht.

Name: Silke Matthée

Datum: 12. Januar 2015

 

Übersetzung ins Englische?

Gibt es schon (Planungen für) eine Englische Version von Zero?

Anm. d. Red.: Im Moment leider noch nicht.

Name: Stefan Georgidis

Datum: 19. Dezember 2014

 

Staatsfeind Nr. 1

Wenn das Ziel des Autors war, einmal alles rund um Big Data sowie NSA & Co
aufzuarbeiten und in einen spannenden Thriller-Plot zu verpacken, dann ist
ihm das gelungen. Die augenfällige Anlehnung an den Thriller Staatsfeind Nr.
1, der gleich zweimal im Verlauf des Plots zitiert wird, ist sicher nicht
zufällig. In gewisser Weise ist ZERO eine Aktualisierung des damaligen
Thriller-Plots. Wie in Staatsfeind Nr 1 wird die Allgegenwart von
Videoüberwachung thematisiert und um die Kontrolle im Internet ergänzt. Die
allzeitige Verfügbarkeit von Videobildern für Geheimdienste wird weiter
gedacht in Richtung einer allzeitigen Verfügbarkeit von Videobildern für
nahezu jedermann. Die Vision der Consultants und Wirtschaftsprüfer dieser
Welt, durch Controlling zur Optimierung zu kommen, wird ins Groteske
gesteigert auf die Selbstoptimierung mittels einer App übertragen, die
mithilfe von Wearables persönliche, zum Teil physiologische zum Teil
Nutzungsdaten in hoher Dichte erhebt, auswertet und Lebenshilfetipps
generiert. Beschworen werden dabei die ungeahnten Möglichkeiten der
Statistik, die aufgrund der immensen Datenbasis sowohl für jeden Einzelnen
als auch durch riesige Nutzerzahlen dann präziseste Aussagen, auch
Vorhersagen erlauben.

Die Lebenshilfetipps führen im Rahmen eines Experiments für einen kurzen Zeitraum zu einer statistischen
Häufung von Todesfällen in bestimmten Nutzergruppen. Mit dem Experiment sollte ausgetestet werden, wie weit die manipulativen Fähigkeiten der Lebenshilfe-Apps reichen. Darauf aufsetzend entwickelt sich dann der Plot. Dies geschieht wie schon bei Blackout nach Art eines
B-Movie-Katastrophenfilms mit häufigen Szenen- und Perspektivwechseln in
spannungstreibender Dramatisierung, wobei neben skrupellosen IT-Managern,
bösen NSA-Jungs, einer anonym bleibenden Rettet-die-Welt-Hackergruppe und
einer unbestechlichen Journalistin auch ein US-Präsidentschaftskandidat eine
Rolle spielen. Insgesamt werden verschiedene Utopien über die Möglichkeiten
in der digitalen Welt durch groteske Überzeichnung in Dystopien verwandelt.
Auch dazu passt wieder der Bezug auf Staatsfeind Nr. 1, wo ein
afroamerikanisches Bürgerrechtsanwaltspaar durch einen dummen Zufall Opfer
einer NSA-Intrige zu werden droht. Von heute aus betrachtet erinnert dieses
freiheitsliebende Paar an das heutige Präsidentenpaar, das ja auch mal auf
bürgerrechtlicher Ebene gestartet ist. Und wo ist es gelandet? Wie hat sich
die Welt weitergedreht seit 1998, als der Film in Deutschland gezeigt wurde?
Gerne lässt man sich von diesem Thriller erfassen oder anders ausgedrückt:
dieser Thriller bedient die durch NSA & Co geweckten Ängste und
Überwachungsphantasien perfekt.

Name: Eric Ludwig

Datum: 07. Dezember 2014

 

Zu schwach

Falls Sie meine Rezension auf Amazon nicht gelesen habe, hier wäre sie:

Als Leser erwarte ich von einem Schriftsteller einen Mindestmaß an Einfallsreichtum, so dass die Fragen, die im Laufe einer Geschichte entstehen, auch einigermaßen beantwortet werden. Leider bleibt Marc Elsberg einfallslos und sein Roman ist ungefähr so spannend wie ein Wikipedia Artikel über die Google Datenbrille oder über Social Media. Einige Schwachstellen in kurz:
- Mann erfährt nicht, wer genau hinter der Zero Gruppe sich verbirgt. Nur eine Aktivistin wird irgendwann entlarvt, ohne zu verstehen, was ihre Rolle in dem Ganzen ist, warum sie das tut, etc.
- Angeblich schafft es eine Firma durch gewisse Apps ihre Nutzer in den Tod zu führen. Wie das gelingt bleibt unklar und entsprechend vollkommen unrealistisch.
- Es gibt 2 Verfolgungsszenen, eine in Wien, eine in New York, die fast exakt ähnlich ablaufen und von dem Film Staatsfeind nr. 1 abgekupfert sind (der Film wird sogar im Roman erwähnt, so als Quelle...). Völlig langweilig ist dabei, dass die Szenen in Tunnels stattfinden, wo nichts zu sehen ist, und nichts passiert, abgesehen davon, dass die Protagonistin schmutzig wird.
- Die dämmlichste Szene überhaupt: die Protagonistin steht irgendwann unter Mordverdacht, die Polizei schnappt sie, legt ihr aber keine Handschellen an.. Hallo?! Als sie dann zum Polizeiauto geführt wird, tauchen plötzlich 3 Fbi Agenten auf, die Ihren Anspruch auf die Festnahme kundtun. Es gibt dann Revierdiskussion zwischen Polizei und Fbi und die Protagonistin schafft es "irgendwie" zu fliehen. Hallo?!

Name: Jens Hunsche

Datum: 12. November 2014

 

Wer hat meine Daten und wo sind sie?

Jeder hat doch verschiedene Wünsche: cool sein; geliebt werden; erfolgreich sein; abnehmen; sportlich fit sein... All dies ist einfach möglich, du musst dich nur darauf einlassen. Registriere dich bei Freemee und bekomme nützliche Tipps von sogenannten ActApps. Dann können deine Träume Wirklichkeit werden.

Marc Elsberg zeigt in seinem neuen Buch teils schon alltägliche Technologien (Smartwatches, Online-Plattformen, Datenbrillen und Methoden von Datensammlungen). Man ist schnell dabei zu sagen "Meine Daten bekommt keiner". Wenn man sich aber einmal mit der Realität beschäftigt, merkt man schnell, welche Daten von einem im Umlauf sind. Wenn man jetzt weiter überlegt, wie sehr diese Daten dazu genutzt werden uns zu bestimmten Aktionen zu "verführen" (auch dies ist bereits Realität), realisiert man erst die Macht der Datensammler im Hintergrund. Freemee sammelt im Roman diese Daten und hat Logarithmen im Hintergrund, die unser Verhalten statistisch voraussagen können und uns mit der richtigen Ansprache somit unbewusst beeinflussen können. Um an die Daten zu kommen, bezahlt Freemee sogar Geld, denn in der heutigen Welt sind Daten mehr Wert, als Geld - und die Nutzer sind nur zu gerne bereit, alle ihre Daten mit Freemee zu teilen. Hinzu kommt dann noch die Psyche eines Menschen: er möchte sich Wünsche erfüllen (siehe oben) und um das zu erreichen, verändert er sogar teilweise eigene Werte und Wertvorstellungen. Leider haben dies dann auch große Unternehmen und Staaten erkannt und wollen ihre jeweiligen Nutzen daraus ziehen - und dabei spielen ein paar Tote keine wirkliche Rolle.
Unsere Daten gehören schon lange nicht mehr nur uns allein und wir verlieren mehr und mehr den Überblick, welche Informationen über uns im Umlauf sind und ausgewertet werden. Dies ist keine Utopie, sondern Realisät. Marc Elsberg hat dies in "Zeor" anschaulich verdeutlicht. Dabei sind Erwachsene oftmals skeptischer als die Jugend, die sehr sorglos mit dem Thema umgeht. Aber es gibt auch Gruppierungen im Hintergrund, die oftmals unerkannt bleiben, die Menschen aber auf diese Datensammler und ihre Machenschaften aufmerksam machen ("Datenkraken müssen zerschlagen werden"). Einer davon ist ZERO. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist sehr spannungsgeladen. Es existieren verschiedene Handlungsstränge, die immer wieder wechseln. Dadurch hatte ich teilweise das Problem, dass ich bei einzelnen Personen (speziell wenn nur der Vorname genannt war) immer mal wieder nachschauen musste, wer dies jetzt eigentlich noch einmal war. Die Recherche von Marc Elsberg ist fundiert aufgebaut und zeigt die Realität. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und bin begeistert.

Fazit:
Der Roman hat mich nachdenklich gemacht. Auch ich habe einen Teil meiner Daten bei "Datenkraken" hinterlegt und lasse mich teilweise durch Empfehlungen zu Käufen "verführen". Das Internet nimmt eine wichtige Rolle in unserem Leben ein. Ich jedenfalls werde mir zukünftig noch genauer überlegen, welche Daten ich preis gebe und welche ich für mich behalte. "Das Internet vergisst nie" - ein Satz, der einmal mehr wahr ist. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Punkten und gleichzeitig ein großes Lob an Marc Elsberg - weiter so!!

Name: Susanne Spörler

Datum: 05. November 2014

 

Spannungsgeladen und beängstigend realistisch

Datenbrillen, Smartwatches, Freemee, eine Online-Plattform, die unsere Daten speichert. Ein Programm, dass uns besser kennt, als wir uns selbst? Uns Tipps und Ideen für unser Leben gibt? Zukunftsdenken? Nicht ganz. Marc Elsberg zeigt uns neue Technologien, die wirklich bereits eingesetzt werden. Das Buch liest sich zwar teilweise wie eine Utopie, jedoch entsprechen seine Technologien und erwähnten Polizeieinrichtungen der Wirklichkeit. Wie wir bereits wissen, gibt es Unternehmen, die unsere Einkäufe und unseren Geschmack bereits voraussagen können, beruhend auf letzte Einkäufe und angesehene Artikel usw. Ähnlich ist es bei Fitness - Apps oder Gesundheit - Coaches. Diese gehen auf die jeweilige Person ein und sind sozusagen Ratgeberprogramme für unser Leben. Marc Elsberg schreibt in seiner Anmerkung: "Trotzdem ist dieses Buch ein Roman." Ein Roman, der sehr nah an die Wirklichkeit herantritt und einen Einblick in eine Welt gibt, die wir vielleicht einmal haben werden.

Bereits hat mich "Blackout" von Marc Elsberg sehr fasziniert und ich war begeistert von der Aufmachung des Buches, der guten Recherchearbeit und dem Drang zur Wirklichkeit. In Zero spricht der Autor von einer Welt, die vielleicht in irgendeiner Hinsicht Wirklichkeit werden wird. Jugendliche, die nicht nur noch mit Handys und Laptops unterwegs sind, nein, auch mit sogannenten Cyberbrillen (Datenbrillen) und Smartwatches. Die Leser begeben sich in eine neue Zeit, in der die Informationen jedes einzelnen schon lange nicht mehr ihnen selbst gehören und alle nach und nach die Kontrolle über ihre Daten verlieren. Jedoch gibt es Gegner dieser Datensammler. Zero. Sie versuchen sich Aufmerksamkeit zu verschaffen und die Bevölkerung zu beschützen. Ihr Ziel ist es, die Menschen auf die "Datenkraken" aufmerksam zu machen und ihnen zu zeigen, was sie alles an Daten preisgeben. Das Buch ist spannungsgeladen und die schnellen Szenewechsel spannen den Leser noch mehr auf die Folter. Teilweise waren die Szenewechsel etwas zu abrupt und ich musste zugeben, dass ich öfters im Glossar nachschauen musste, um welche Person es sich wieder handelt und für was diese Abkürzung steht. Die verschiedenen Technologien und Methoden wurde sehr gut mit der Idee des Buches verknüpft und es entsteht ein flüssiger, gut durchdachter Roman, den man nur schwer aus der Hand legen konnte.

Auf jeden Fall ein Roman, der zum Nachdenken anregt:
Was für eine große Rolle spielt das Internet wirklich in dem Leben von uns allen?
Was darf, kann man veröffentlichen, oder was sollte man lieber für sich behalten?
Wieviel sollte man von sich preisgeben?