Leserstimmen

Name: Daniel Bartholmes

Datum: 17. März 2015

 

Spannende Geschichte rubd um die digitale Zeit

Das Buch hat mir sehr viel Spaß bereitet. Es ist sehr spannend und außerdem hält es einem jedem Smartphone-,Tablet oder normalen PC-Nutzer den Spiegel vor die Nase. Wie durchsichtig sind wir tatsächlich? Diese Frage habe ich mir während des Lesens immer wieder gestellt.

Ich hoffe Sie werden nach Blackout und Zero dieser Art von Geschichten treu bleiben.

Name: Philip

Datum: 15. März 2015

 

Zero - Sie wissen, was du tust

Denkanstöße für unser digitales Zeitalter
Wow, dass nenne ich mal einen sensationellen Roman. Wahnsinn. Marc Elsberg hat es geschafft. Mit seinem Roman Zero. Sie wissen, was du tust, konnte er mich von Anfang an begeistern. Los geht der Roman gleich mit einer gehörigen Portion Action, bei welcher der Leser sofort mitten ins Geschehen der Handlung geworfen wird. Bereits aus mehreren Erzählperspektiven erzählt, lernt man von Beginn an die relevanten Parteien des Buches kennen. Der Roman beginnt mit einem vermeintlichen Attentat auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten, welcher von einem Drohnenangriff, gesteuert von ZERO, einer Online-Aktivistengruppe, bedroht wird. Dies wird live in der ganzen Welt ausgestrahlt, was auch an der britischen Journalistin Cynthia Bonsant nicht vorbeigeht, da sie es zufällig in der Redaktion im TV sieht. Somit hätten wir also innerhalb der ersten Seiten sowohl ZERO als auch Cyn kennengelernt, welche die Hauptakteure der Geschichte sind. Zunächst unbeteiligt wird die Journalistin aber nach einem tragischen Tod eines Freundes ihrer Tochter durch ihre Recherche in die Handlung hineingerissen, wobei sie unter anderem auf Freemee stößt und sich neuartigen Bedrohungen gegenübersieht. Neuartige Entwicklungen, wie Datenbrillen und personalisierte ActApps bringen zwar durchaus positive Fortschritte, die das Leben erleichtern und bereichern. Doch ergeben sich daraus resultierend auch zahlreiche Gefahren, nicht nur durch Verletzungen des Datenschutzes dem gegenüber.
Cynthia muss zu ihrem eigenen Leidwesen beide Seiten der Medaille erkennen und stellt fest, dass diese hochgelobten ActApps, bei welchen Freemee Weltmarktführer ist, nicht so positiv sind wie man glaubt.
Marc Elsberg hat eines geschafft. Er konnte mich zum einen noch mehr für den technischen Fortschritt wie Datenbrillen, Wearables oder ActApps begeistern, mich zugleich aber auch mit dem negativen Potenzial dieser Erfindungen erschrecken, wenn sie für die falschen Zwecke eingesetzt werden.
So geben die ActApps dem Benutzer individuelle Vorschläge und stehen ihnen beratend zur Seite. Sie empfehlen zum Beispiel andere Modestile oder Tipps zum Lernen. So wird der User individuell beraten oder verbessert sich im Job oder der Schule, wodurch sein Selbstbewusstsein gesteigert wird. Leider geht dies mindestens ein Mal schief, wie sich herausstellt. Zufällig stößt Cynthia auf diese verheimlichten Todesfälle und gerät damit ins Ziel der Konzerne. Von nun an ist sie gezwungen, zu ungewöhnlichen Mitteln zu greifen um zu fliehen. Das Unheil geht los.
Hervorragend recherchiert schildert der Autor in diesem Roman absolut plausibel, welche Macht die großen digitalen Unternehmen über uns haben und dass jeder Mensch unweigerlich dieser Macht unterworfen ist. Die NSA weiß bereits jetzt wohl schon so ziemlich alles über uns, was es irgendwie zu wissen gibt. Dieser Trend wird sich in Zukunft wohl noch weiter verstärken, da jeder von uns mittels seines Smartphones bereits fleißig dazu beisteuert. Seien es nun Facebook oder Google. Alle sammeln von uns Daten und geben diese vermutlich auch weiter. Marc Elsberg treibt diesen Trend und diese Überlegungen weiter und konnte mich mit seiner Geschichte dabei absolut fesseln.
Der Schreib- und Erzählstil ist einfach gehalten, aber auf einem angemessen Niveau, was der vermittelten Materie auf jeden Fall angemessen ist. Dadurch wird der Leser geradezu durch den Roman gepeitscht, da vor allem auch die Erzählung mit packenden Ermittlungen, Recherchen und Verfolgungsjagden absolut für sich punkten kann. Vor allem zum Ende des Romans überschlagen sich dabei die Ereignisse, weshalb man “Zero. Sie wissen, was du tust“, leider viel zu schnell ausgelesen hat.
Ich hätte sehr gern noch mehr zu diesem Thema gelesen, da Marc Elsberg sowohl das technisch Mögliche toll auf den Punkt getroffen hat, aber auch die Macht der Behörden, der Medien, Hackergruppen und der Konzerne mit ihren Intrigen und Kämpfen um die Marktführung, egal zu welchem Preis, genial getroffen hat und dies mithilfe sehr unterschiedlicher und überzeugender Charaktere unterstützend geschildert hat. Besonders der Konflikt zwischen der “alten”, technikscheuen Generation, welcher Cyn angehört und der noch jungen, technikaffinen Generation, welcher Cyn’s Tochter angehört, unterstreichen dabei noch zusätzlich die Klasse dieses Romans. Der Autor hat meines Erachtens einfach alles bedacht und damit mich überzeugt.
Von nun an gehört Marc Elsberg auf jeden Fall zu einen meiner Lieblingsautoren und wer ihn bisher noch nicht kennt, sollte schleunigst zu einem seiner bisherigen Romane greifen. Ein absolut packender Thriller, der von Beginn an zu überzeugen weiß.

Name: Glitzerfees Buchtempel

Datum: 10. März 2015

 

Erstaunlich, bedenklich, erschreckend aber trotzdem unheimlich faszinierend

Inhalt:
Cynthia Bonsant, Journalistin, hält nichts von den technischen Hypes wie Smartphones, Datenbrillen etc. Doch als bei einer Verfolgungsjagd ein Junge ums Leben kommt, den sie auch noch kennt, ändert sich alles. Sie entdeckt die Plattform Freemee, sie hinterfragt alles, denn auch ihre Tochter ist dort angemeldet. Was passiert mit den Personen. Zero, der meistgesuchte Onlineaktivist der Welt, warnt vor Freemee. Cynthia begibt sich auf Recherche und gerät selbst in die Fänge.
Doch wie soll sie da rauskommen?

Meine Meinung:

Marc Elsberg hat mit „Zero – Sie wissen, was du tust“ einen grandiosen Roman geschrieben. Wenn man erst mal 100 Seiten gelesen hat, sich auf die vielen Personen einlässt und langsam anfängt alles zu verstehen, ist man einfach nur noch gefangen. Das ganze Konstrukt ist gut durchdacht und bringt einem zum Staunen. Durch das Namensverzeichnis am Ende des Buches kommt man auch ganz gut zurecht. Denn Namen finden wir hier so einige. Auch die Handlungsorte sind unterschiedlich.
Doch die meiste Zeit befinden wir uns bei Cynthia, der Journalistin. Es werden einen nur kleine Häppchen aus der Freemee-Zentrale oder vom Geheimdienst zugeworfen. Das steigert natürlich die Spannung.

Sehr interessant fand ich die Idee von Freemee. Eine Plattform, die dich so gut kennt, wie kein anderer. Wo du am Tag Aufgaben bekommst, die dein Punktescore steigern. Für manche Eltern wohl ein Traum, denn lernen für die Schule, gehört ebenfalls dazu. Doch erschreckend, wie abhängig man davon werden kann. Aber ganz ehrlich würde es sowas geben, würde man da nicht auch versuchen sich steigern zu wollen? Das gibt einem ja doch eine gewisse Herausforderung. Doch wenn man mehr darüber erfährt, wird es umso erschreckender. Auch sehr interessant fand ich die Datenbrillen. Ein Blick genügt und man erfährt alles von seinem Gegenüber.

Aber nicht nur das, lässt einen zusammenzucken und nachdenken. Marc Elsberg bringt nämlich noch eine gewisse Spannung in sein Buch. Durch die Jagd auf Zero, der gegen Freemee ist, gerät Cynthia und auch ihr Team immer wieder in rasante Schwierigkeiten. Sie müssen immer auf der Hut sein. Sie sind nicht allein auf der Jagd nach Zero. Die Situationen rauben einem richtig den Atem.
Wie schnell jemand durch Kameras gefunden werden kann, wird uns auch sehr gut aufgezeigt. Als Handlungsort haben wir hier London, die mit ihren Sicherheitskameras nur so strotzen. Es war einfach nur unheimlich.

Ich kann gar nicht sagen, wie gefangen ich von diesem Buch war, aber mal ein Beispiel: Ich sitze im Restaurant und mir kam jemand bekannt vor, wusste aber nicht woher. Da habe ich echt an diese Datenbrille gedacht. Ist das nicht wirklich erschreckend, ein Buch, das in die Realität übergegangen ist. Und mal ehrlich, sind wir nicht auf dem besten Wege, so eine Zukunft zu haben. Es wird nicht mehr lange dauern und jeder kennt einen, genauso gut, wie man sich selber. Ich bin wirklich begeistert, von Marc Elsbergs Idee und dieser perfekten Umsetzung.

Fazit:

Erstaunlich, bedenklich, erschreckend aber trotzdem unheimlich faszinierend ist „Zero – Sie wissen, was du tust“ von Marc Elsberg. Wenn man die anfängliche Hürde überwunden hat, ist man gefangen und kommt so schnell nicht mehr raus. Ein Buch, das in die Realität übergeht und vor allem nicht weit davon entfernt ist.

Name: Johanna

Datum: 09. März 2015

 

Ein spannendes Thema, was mich leider nicht ganz überzeugen konnte

Cynthia Bonsant ist eine ganz normale Mutter, mit normalen Sorgen um ihre jugendliche Tochter Viola, die eine schwierige Phase hinter sich hat, seit einiger Zeit aber wieder ein besseres Verhältnis zu ihrer Mutter aufgebaut hat. Cynthia ist Journalistin und hat von moderner Technik nicht viel Ahnung, weswegen sie auch von den jüngsten Ereignissen überrascht und schockiert wird.

Eine Gruppe Internetaktivisten, die sich Zero nennt, verübt ein Attentat auf die Privatsphäre des amerikanischen Präsidenten, bei dem er von mehreren Dronen in seinem privaten Umfeld gefilmt wird. Dies findet als Livestream statt und die ganze Welt sieht zu. Zudem veröffentlicht Zero anonym und verschlüsselt einige Videos im Internet, die darauf abzielen die Öffentlichkeit für Datenkraken zu warnen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Denn einige Unternehmen, allen voran die Frima Freemee, sammeln Daten um angeblich das Leben der Menschen zu vereinfachen, besser zu machen und sie zu unterstützen. Doch was steckt wirklich dahinter? Violas Freund Adam kommt bei einer Hetzjagd ums Leben und ein anderer Freund - Eddie - findet heraus, dass mit der Sterblichkeits-Rate unter Freemee's Nutzern etwas nicht stimmt. Und nicht nur Cynthia möchte herausfinden, was alles hinter diesem großen Daten-Regime steckt.

Datenklau und Manipulation durch das Sammeln von Daten sind mittlerweile keine Geheimnisse mehr. Internetznutzer wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie Google benutzen, Facebook-Konten eröffnen und alles via Amazon kaufen. Ihre Daten werden gesammelt und schnell weiß das Internet mehr über sie als sie sich vorstellen können.

Das was ist wenn man das ganze noch weiter treibt? Wenn man durch diese Daten, die z.B. das Einkaufsverhalten von Menschen darstellen, auch etwas über die zukünftige Handlungsweise von ebendiesen Menschen vorhersagen kann? Was wenn man nicht nur weiß, was Person x morgen tun wird, sondern man es auch noch beeinflussen kann? Und zu guter Letzt: Was ist, wenn Person x sogar zu Handlungsweisen getrieben werden kann, die sie bewusst gar nicht selbst treffen würde?

"Du glaubst doch nicht wirklich, dass Freemee diese Menschen in den Tod getrieben hat?" "Nicht absichtlich, obwohl... [...] Vielleicht war es eine Art Betriebsunfall. [...] Big Datas Tschernobyl. Wäre kein Wunder, angesichts der Art, wie Software heute auf den Markt gebracht wird: Als permanente Testversion. Wir sind alle nichts als Labortierchen für die Entwickler." - Seite 325

Die Stadt ist Videoüberwacht, Menschen tragen freiwillig Smartwatches oder Datenbrillen, die sogar live jedes Gesicht erkennen können und dem Träger anzeigen, wie das Gegenüber heißt, wie alt es ist und wo es arbeitet. Und ob es polizeilich gesucht wird.
Eine Homepage, mit der die Menschen ihre eigenen Daten sammeln können - und verkaufen. Sogenannte ActApps, mit denen sie sich individualisierte Tipps für alle Bereiche des Lebens geben lassen können. Für die Liebe, Erfolg, Geld, Sport, bessere Schulnoten, einfach alles.
Eine "Lebenshilfe", die gern von der breiten Masse angenommen wird. Dass damit sogar Daten wie der Hautwiderstand, Puls oder aktueller Standort festgehalten und weiterverarbeitet werden, ist den Nutzern dabei gleichgültig. Sie denken nicht darüber nach, was mit den Daten alles geschehen kann.

"Wer sagt denn, dass Sie die Welt wirklich zu einem besseren Ort machen wollen? Und ob Ihr Besser auch mein Besser ist?" - Seite 358

Und so ist es doch auch nicht nur in "Zero" sondern in der wirklichen Welt. Dieses Szenario, was Marc Elsberg hier erschaffen hat, ist nicht besonders weit hergeholt. Zum Teil ist es schon Realität, wie er selbst auch im Prolog mit seinen Lesern teilt. Die Datenbrillen gibt es und der Schritt zu derer missbräuchlichen Verwendung ist meiner Meinung nach kein großer. Für höheres Ansehen, mehr Erfolg und Beliebtheit tun die Menschen alles. Und das zeigt "Zero" ganz klar.

"Zero" war für mich erschreckend realistisch aber es war leider auch sehr nüchtern. Die Charaktere blieben für mich zu blass, das ganze Buch war sehr emotionslos und das ist nicht so mein Ding. Ein wenig mehr Tiefe hätte den Protagonisten meiner Meinung nach sehr gut getan.

Auch waren es für mich viel zu viele verschiedene Personen und Handlungsstränge. Ich bin teilweise ziemlich durcheinander gekommen, musste noch mal zurückblättern und überlegen wer jetzt wer war. Durch die verschiedenen Handlungsstränge zieht sich das Buch im 2. Drittel auch etwas, ich denke 100-150 Seiten weniger wären nicht schlimm gewesen.

Das Thema ist wirklich ein spannendes und es ist auch sehr gut von Marc Elsberg umgesetzt worden. Allerdings muss ich 2 Sterne abziehen weil es mir zu viele Personen waren und diese für meinen Geschmack auch zu blass bleiben.

Dennoch war es ein gutes spannendes Buch, welches man mal gelesen haben sollte. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Name: Der Lesefuchs

Datum: 06. März 2015

 

Spannend bis zum Schluss

Kurzbeschreibung:
Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen

Sie wissen, WER wir sind, WO wir sind - und WAS wir als Nächstes tun werden!

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen …

Meinung:
Jeder hat doch verschiedene Wünsche: cool sein; geliebt werden; erfolgreich sein; abnehmen; sportlich fit sein... All dies ist einfach möglich, du musst dich nur darauf einlassen. Registriere dich bei Freemee und bekomme nützliche Tipps von sogenannten ActApps. Dann können deine Träume Wirklichkeit werden.

Marc Elsberg zeigt in seinem neuen Buch teils schon alltägliche Technologien (Smartwatches, Online-Plattformen, Datenbrillen und Methoden von Datensammlungen). Man ist schnell dabei zu sagen "Meine Daten bekommt keiner". Wenn man sich aber einmal mit der Realität beschäftigt, merkt man schnell, welche Daten von einem im Umlauf sind. Wenn man jetzt weiter überlegt, wie sehr diese Daten dazu genutzt werden uns zu bestimmten Aktionen zu "verführen" (auch dies ist bereits Realität), realisiert man erst die Macht der Datensammler im Hintergrund. Freemee sammelt im Roman diese Daten und hat Logarithmen im Hintergrund, die unser Verhalten statistisch voraussagen können und uns mit der richtigen Ansprache somit unbewusst beeinflussen können. Um an die Daten zu kommen, bezahlt Freemee sogar Geld, denn in der heutigen Welt sind Daten mehr Wert, als Geld - und die Nutzer sind nur zu gerne bereit, alle ihre Daten mit Freemee zu teilen. Hinzu kommt dann noch die Psyche eines Menschen: er möchte sich Wünsche erfüllen (siehe oben) und um das zu erreichen, verändert er sogar teilweise eigene Werte und Wertvorstellungen. Leider haben dies dann auch große Unternehmen und Staaten erkannt und wollen ihre jeweiligen Nutzen daraus ziehen - und dabei spielen ein paar Tote keine wirkliche Rolle.
Unsere Daten gehören schon lange nicht mehr nur uns allein und wir verlieren mehr und mehr den Überblick, welche Informationen über uns im Umlauf sind und ausgewertet werden. Dies ist keine Utopie, sondern Realisät. Marc Elsberg hat dies in "Zeor" anschaulich verdeutlicht. Dabei sind Erwachsene oftmals skeptischer als die Jugend, die sehr sorglos mit dem Thema umgeht. Aber es gibt auch Gruppierungen im Hintergrund, die oftmals unerkannt bleiben, die Menschen aber auf diese Datensammler und ihre Machenschaften aufmerksam machen ("Datenkraken müssen zerschlagen werden"). Einer davon ist ZERO. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist sehr spannungsgeladen. Es existieren verschiedene Handlungsstränge, die immer wieder wechseln. Dadurch hatte ich teilweise das Problem, dass ich bei einzelnen Personen (speziell wenn nur der Vorname genannt war) immer mal wieder nachschauen musste, wer dies jetzt eigentlich noch einmal war. Die Recherche von Marc Elsberg ist fundiert aufgebaut und zeigt die Realität. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und bin begeistert.

Fazit:
Der Roman hat mich nachdenklich gemacht. Auch ich habe einen Teil meiner Daten bei "Datenkraken" hinterlegt und lasse mich teilweise durch Empfehlungen zu Käufen "verführen". Das Internet nimmt eine wichtige Rolle in unserem Leben ein. Ich jedenfalls werde mir zukünftig noch genauer überlegen, welche Daten ich preis gebe und welche ich für mich behalte. "Das Internet vergisst nie" - ein Satz, der einmal mehr wahr ist. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Punkten und gleichzeitig ein großes Lob an Marc Elsberg - weiter so!!

Name: Ina Brocksieper

Datum: 04. März 2015

 

Unglaublich spannendes Buch!

Hallo, ich habe das Buch gerade ausgelesen. Ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Unglaublich spannend! Da wird einem wirklich unheimlich. Wie geht die Zukunft weiter? Jetzt möchte ich dieses tolle Buch gerne meinem spanischen Ehemann schenken. Ist es schon ins Spanische übersetzt? Danke für Rückmeldung. VLG aus Barcelona!

Anm. d. Red: Das Buch ist noch nicht ins Spanische übersetzt worden und im Moment gibt es noch keine Pläne hierzu.

Name: Girdin

Datum: 02. März 2015

 

Ist Datenkenntnis Macht?

„Zero – Sie wissen was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Thriller, der auf dem Hintergrund des aktuellen Stands des Sammeln und Verwertens von Personendaten spielt. Passend hierzu vermittelt das Cover den Eindruck von etwas das im Dunkeln liegt, das verdeckt wird und nur darauf wartet aufgedeckt zu werden. Neben den Buchstaben in weiß. die sich von dem schwarzen Untergrund deutlich abheben, für Autor, Untertitel, Roman und Verlag leuchtet der Titel in wasserblauen Buchstaben vom Buchumschlag. Wasser in Form von Wasserfällen spielt im Buch eine wichtige Rolle. Und wer genauer hinschaut, sozusagen versucht das Vordergründige zu überwinden, der nimmt auch den Binärcode wahr, der den Umschlag vollständig mit seinen Einsen und Nullen überzieht und ein weiterer Hinweis auf den Inhalt der Story ist. Der Binärcode ist die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Auf dem Ergebnis dieser Verarbeitung und der Analyse der vorliegenden Daten preist im Roman das fiktive Unternehmen Freemee seinen Nutzern die Möglichkeit an mehr Erfolg im Leben zu erreichen.

Während Cynthia Bonsant, Journalisten bei der Londoner Zeitung Daily, ihren neuen Arbeitsplatz im Großraumbüro einnimmt, sieht sie plötzlich unglaubliche Livebildern auf dem großen Monitor, der an der Wand des Büros befestigt ist. Die Familie des amerikanischen Präsidenten wird bei einem privaten Golfspiel von Drohnen angegriffen. Für diese Aktion bekennt sich ZERO verantwortlich, wobei nicht bekannt ist, ob es sich dabei um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt. Unter anderem wird Cynthia beim Daily damit beauftragt, zu dem Gesehenen zu recherchieren. Zur Unterstützung erhält sie eine Datenbrille, die Daten direkt vor Augen anzeigt und die auf geflüsterte Anfragen reagiert. Die Brille leiht sie ihrer Tochter und deren Freunden. Adam, einer der Freunde, erhält über die Brille die Nachricht, dass ein Mensch in seiner Umgebung eine gesuchte Person ist. Er verfolgt den Mann bis dieser plötzlich eine Pistole zieht und ihn erschießt. Fassungslos schauen die Freunde zu und auch Cynthia ist geschockt. Dieses Erlebnis bringt sie zum Nachdenken. Warum hat Adam trotz der Warnung den Kriminellen weiter verfolgt? Ihre Recherchen fordern nicht nur Unglaubliches zu Tage, sondern rücken sie auch bald selbst ins das Zentrum der Aufmerksamkeit von Geheimdiensten, den Freemeebetreibern und Zero. Gelingt ihr die Flucht vor der allgegenwärtig erscheinenden Kontrolle?

Das Buch ist in dem in der Belletristik eher seltener angewendeten Präsens geschrieben. Das verdeutlicht dem Leser , dass das was er gerade liest dem aktuellen Stand der Technik entspricht und Realität werden könnte. Indem der im Umgang mit technischen Geräten eher unerfahrenen Cynthia die neuesten Kommunikationsmittel erklärt wird , vermittelt Marc Elsberg dem Leser das nötige Know-How mit leicht verständlichen Erklärungen, so dass man der Geschichte mühelos folgen kann. Ein Glossar im Anhang ergänzt die Ausführungen. Neben der Erzählung findet der Leser aber auch eine kritische Auseinandersetzung zu den Themen des Datensammeln und –verwertens aus den verschiedenen Perspektiven der Anbieter sowie der Nutzer. Und vor allem widmet er sich den möglichen, erschreckenden Folgen der Datenauswertungen. Die dargestellten Charaktere sind teilweise klischeehaft überzeichnet, die Jugendlichen reagieren für ihr Alter sehr naiv, was mir nicht so gut gefallen hat.

Zero ist zweifellos ein unterhaltsames Buch, das beim Leser nachhallt und ihn zum Nachdenken über unsere digitalisierte Welt bringt. Dafür gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Name: Christian

Datum: 02. März 2015

 

Spannende Idee, zähe Umsetzung

ZERO wurde erst kürzlich zum spannendsten Wissensbuch des Jahres 2014 gewählt. Die Grundidee finde ich auch äußerst spannend, aber leider konnte das Buch mich nicht so ganz überzeugen.

Die Story:
Das Buch fängt sehr spannend an: Eine Gruppe von Hackern (genannt: ZERO), hetzt eine Reihe von Drohnen auf den US-Präsidenten. Die Drohnen greifen zwar nicht an, übertragen aber Videos ins Netz und beweisen, wie leicht man mit heutiger Technologie an den mächtigsten Mann der Welt kommen kann. Es beginnt ein Wettlauf: Wer sind die Aktivisten, die hinter ZERO stecken und wer kann sie als erstes enttarnen? Neben der Polizei und dem FBI, beteiligt sich auch die Redaktion des "Daily" an der Suche. Cynthia Bonsant und ihre Kollegen werden mit Smart-Glasses ausgestattet und gehen auf Recherche nach den Aktivisten. Die Jagd wird unterstützt vom Portal "Freemee", welches dem Nutzer durch konkrete Handlungsempfehlungen das Leben erleichtern soll. Der Nutzer gibt selbst seine Daten ein und wertet diese aus. Dafür erhält er Punkte, sodass die Nutzer immer mehr Daten freigibt, um weitere Punkte zu sammeln und auszuwerten.
Schnell wird deutlich, dass Freemee nicht nur gute Absichten verfolgt. Ein Katz- und Mausspiel...

Meine Meinung:
ZERO spielt mit den Ängsten der heutigen Bevölkerung: In Zeiten von NSA-Bespitzelung, Datenskandalen und Unternehmen wie facebook und Google kommt man sich als gläserner Bürger vor, der immer beobachtet wird. Gleichzeitig verlässt man sich immer mehr auf Technik - man wertet seine Schlafzeiten, Schritte, Ernährung, Sporteinheiten aus und versorgt Unternehmen bereitwillig mit seinen Daten (nachzulesen auch in meiner Rezension zu Lifelogging). Das Thema ist deshalb brandaktuell und brisant, aber leider schafft es Marc Elsberg nicht, mich mit seiner Geschichte zu fesseln.

Das Buch plätscherte nach dem spannenden Einstieg vor sich hin. Es fehlte leider an Tiefgang und Pepp. Stellenweise musste ich mich durch das Buch quälen, weil sich die Geschichte nur zäh entwickelte: Marc Elsberg musste in seinem Buch ja immer wieder die verschiedenen Technologien erklären. Daraus entstanden einfach zu viele (erklärende) Dialoge, gefolgt von Verfolgungsjagden und der Frage: Wer verfolgt hier gerade wen und weshalb?

Das Thema Manipulation der Bevölkerung ist omnipräsent. Und trotzdem dachte ich ab und zu: Eine App wie "Freemee" ist bestimmt nützlich. Das hat mich sehr zum Nachdenken angeregt: Weshalb empfinde ich die manipulative Datenkrake als attraktiv?

Letztendlich hatte ich oft das Gefühl, dass ich hier einen modernen Actionfilm lese...hat Herr Elsberg vielleicht beim Schreiben schon an eine mögliche Verfilmung gedacht?

Fazit:
Spannende Grundidee mit zäher Umsetzung. Teilweise waren die Ideen des Autors etwas zu unglaubwürdig (ein Tipp von Freemee auf Seite 50: Umarmt euch herzlich zur Verabschiedung...das tut euch allen gut. Edward braucht es besonders"). Es fehlt an Spannung und interessanten Charakteren. Ich gebe dem Buch dennoch 3 Sterne, weil es aufgrund des Themas nachdenklich stimmt.

Name: Aleshanee

Datum: 28. Februar 2015

 

Manipulation im Internetzeitalter - wie weit werden wir gehen?

Das Thema "Überwachungsstaat" ist ja nichts neues, aber Marc Elsberg hat es in ein hochbrisantes, aktuelles Forum gepackt. Den Schreibstil empfand ich sehr nüchtern, wodurch auch sehr wenig von den Gefühlen der Protagonisten rübergekommen ist, allerdings hat das sehr gut in diese rationalisierte, von Technik bestimmte Vision gepasst, die unserer Welt gar nicht so unähnlich scheint.

Der Autor erwähnt am Anfang des Buches, das alle hier beschriebenen Technologien bereits eingesetzt werden, was mich dann doch etwas befremdet hat und ich mich dadurch aber auch sehr gut mit der Protagonistin Cyn (Cynthia) identifizieren konnte, denn sie ist mit den vielen Neuerungen auch nicht up to date.

Cyn, die Journalistin, geht nur ungern mit dem Fortschritt
ZERO, die Aktivisten, boykottieren den Datenhandel
Freemee, Internetplattform, gehen über moralische Grenzen
FBI, die Überwachung schlechthin, sind nicht mehr Herr der Lage

Cynthia arbeitet bei einer online Redation als Journalistin und hält sich und ihre 18jährige Tochter Vi mit dem Geld gerade so über Wasser. Als sie wegen der Aktivistengruppe ZERO Nachforschungen anstellt, verstrickt sie sich immer mehr in das Netz im "Netz" und auch ich war erstaunt, welche Möglichkeiten und Ziele mit den gesammelten Daten der vielen Menschen einhergehen, die wir ja alle recht offen ins Internet stellen.
Neben Cyn gibt es auch noch die Perspektive der Freemee Mitarbeiter, der Internetplattform, die sich ihre Kundschaft durch ein Versprechen auf eine bessere Lebensqualität heranholen - im Austausch mit möglichst vielen Informationen über die Nutzer. Bei ihnen geht es um den Wert von Daten, daraus resultierende Ranglisten und Abhängigkeit der Menschen, sich auf das System zu verlassen und dadurch ihre Lebensqualität und ihren "Qualität" zu verbessern. Inwieweit das realistisch ist - ich kann es für mich persönlich kaum nachvollziehen, dass man sich so von einem System beeinflussen lassen kann - aber die Geschichte hat ja dafür genügend Beispiele ...

Auch das FBI, der NSA und andere Überwachungsteams sind auf ZERO angesetzt, denn die Aktivisten schaffen es seit Jahren, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen im world wide web zu umgehen.

Die relativ langen Kapitel sind in die Tage unterteilt, die die Geschehnisse wiederspiegeln. Am Anfang stehen immer kurze email-Nachrichten, die sich die ZERO Aktivisten schreiben. ZERO prangert vor allem die Überwachung an durch den Datenklau und die Sinnlosigkeit der Informationsüberflutung im Internet. Der Autor hat hier viele technische Details gut erklärt, allerdings war ich manchmal durch die zahlreichen, mir unbekannten Schlagwörter überfordert. Trotz der vielen Fachbegriffe war die Handlung flüssig zu lesen und durch die oft kurzen Sätze kamen ein hohes Tempo und Spannung auf.

Wohin das ganze wirklich führen wird und wie sich das Ende entwickelt hat mich bis zum Schluss überraschen können.
Das Internet und die Möglichkeiten der Technik - wie weit werden wir gehen? Viele beschäftigt diese Frage, ich persönlich mache mir da (viel zu) wenig Gedanken darüber - einfach weil ich MEINE DATEN als zu unwichtig einstufe, als dass sie für irgendjemanden relevant sein könnten ;)
Aber egal, um was es geht, es wird immer zwei Seiten einer Medaille geben und ich bin gespannt, wie sich unsere Zukunft entwickeln wird und wie nah Marc Elsberg hier an die Realität heran gekommen ist.

"Und im Übrigen sind die Nutzer selbst schuld. Weil sie alles umsonst wollen. Entwicklung kostet Geld. Oder eben die moderne Währung: Daten." S. 358

Fazit

Eine spannende Vision einer (vielleicht) nicht so fernen Zukunft, wie wir sie mit unserer technischen Entwicklung erwarten dürfen. Etwas mehr Gefühl hätte meiner Meinung nach nicht geschadet, zeigt aber genau die Reduktion der Menschen auf ihre materiellen Werte. Nichts ist von Grund auf schlecht - es kommt darauf an, wie man damit umgeht.

Name: Daniela

Datum: 04. Februar 2015

 

Nach Blackout leider eine Enttäuschung

Viola leiht sich von ihrer Mutter Cynthia eine Datenbrille aus, über die Cynthia als Journalistin einen Bericht schreiben sollte. Viola und ihre Clique finden das Gerät spannend, doch unverhofft geraten sie in eine gefährliche Situation, als sie mithilfe der Brille einen gesuchten Verbrecher identifizieren und dieser wild um sich schießt. Ein Freund von Viola kommt dabei ums Leben.
Nun beschäftigt sich Cynthia doch intensiver mit den neuen technischen Möglichkeiten und macht dabei erschreckende Entdeckungen. Freemee ist eine bekannte Internet-Plattform mit Millionen Nutzern, die mehr und mehr nach den individuellen Vorschlägen leben und handeln, die ihnen das Programm macht. Dass dies nur möglich ist, indem sich die Nutzer vor dem Programm völlig entblößen, scheint für viele kein Hinderungsgrund zu sein. Einzig der Hacker Zero warnt energisch vor Freemee und den Folgen. Cynthia gerät durch ihre Nachforschungen immer tiefer in einen Kampf um Daten und vor allem um Macht!

"Blackout" von Marc Elsberg hatte mich total begeistert und fasziniert. Dementsprechend gespannt war ich auf sein neues Buch, in dem er sich wieder einem aktuellen und uns alle betreffenden Thema widmet. Dass wir inzwischen oft mehr oder weniger "gläsern" unterwegs sind, ist nichts neues. Der Autor zeichnet hier auf spannende Weise mögliche und erschreckende Folgen auf. Erschreckend vor allem deswegen, weil das gar nicht so weit von der Realität entfernt ist.

Leider haben mich hier aber die Charaktere weniger überzeugt. Cynthia will erst gar nichts mit neuen Technologien zu tun haben, wird dann in die Sache hineingezogen, agiert aber die meiste Zeit völlig planlos und unüberlegt.

Die anderen Handlungsstränge fand ich lange Zeit total verwirrend und im Gegensatz zu "Blackout" griff das für mich auch am Ende nicht sinnvoll ineinander, sondern wirkte irgendwie zusammengestrickt, damit halt ein halbwegs logisches Ende rauskommt.
Ich habe das Buch beendet, aber wirklich fesseln konnte es mich trotz des spannenden Grundthemas leider über weite Strecken überhaupt nicht.